Es gibt Laufveranstaltungen, die man absolviert. Und es gibt Veranstaltungen, die man erlebt.
Die Tour de Tirol gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Das dreitägige Laufevent rund um Söll am Wilden Kaiser zählt zu den bekanntesten Laufklassikern der Alpen und führt die Teilnehmer durch eine der beeindruckendsten Berglandschaften Tirols. Gelaufen wird rund um den Wilden Kaiser, über den Pölven und hinauf auf die Hohe Salve.
Bereits am Freitagmorgen machten wir uns mit einer kleinen STS-Runningconcept-Gruppe auf den Weg nach Söll. Die Vorfreude war groß, denn jeder wusste, was uns bevorsteht: Drei Tage Trailrunning, insgesamt rund 78 Kilometer und fast 4.000 Höhenmeter.

Nach unserer Ankunft ging es direkt zur Startnummernausgabe, wo man sofort spürte, dass dieses Wochenende etwas Besonderes werden würde. Überall traf man auf motivierte Läuferinnen und Läufer sowie die einzigartige Stimmung, die die Tour de Tirol seit Jahren auszeichnet.
Im Hotel Tyrol angekommen, blieb noch etwas Zeit zum Einchecken und Durchatmen, bevor um 17:30 Uhr bereits die erste Etappe auf dem Programm stand.

Gelungener Auftaukt beim SÖLLER ZEHNER
Der Söller Zehner ist mit seinen zehn Kilometern und rund 300 Höhenmetern zwar die kürzeste Etappe des Wochenendes, bietet aber bereits einen perfekten Vorgeschmack auf die kommenden Herausforderungen.
Von Beginn an herrschte eine tolle Atmosphäre entlang der Strecke. Die Beine waren frisch, die Motivation hoch und die Vorfreude auf die kommenden Tage überall spürbar.
Nach dem Zieleinlauf blieb allerdings nicht viel Zeit zum Feiern. Schnell zurück ins Hotel, duschen, umziehen und gemeinsam das Abendessen genießen. Der Blick richtete sich bereits auf den Samstag.
Denn jeder wusste: Die wahre Herausforderung sollte erst noch kommen.

DER KAISERMARATHON – die Königsetappe der Tour
Der Samstagmorgen begrüßte uns mit Regen, Nebel und tiefhängenden Wolken. Das Wetter war alles andere als einladend, doch davon ließ sich niemand die Stimmung verderben. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den kurzen Weg zum Startbereich. Dank der optimalen Lage unseres Hotels waren es nur wenige Schritte bis zum Geschehen.
Vor uns lagen 42 Kilometer und knapp 2.500 Höhenmeter mit der berühmten Bergankunft auf der Hohen Salve.
Bereits vom Start im Ortszentrum von Söll aus zeigte der Kaisermarathon, warum er zu den schönsten und zugleich anspruchsvollsten Bergmarathons im Alpenraum gehört. Nach den ersten Kilometern in Richtung Alpenschlössl führte die Strecke noch einmal durch das Dorfzentrum, bevor das eigentliche Abenteuer begann.
Über saftige Wiesenwege, Waldpfade und abwechslungsreiche Trails ging es zunächst in Richtung Scheffau und weiter nach Ellmau. Mit jedem Kilometer wurde die Kulisse beeindruckender. Auch wenn sich die Gipfel des Wilden Kaisers an diesem Tag immer wieder hinter den Wolken versteckten, war die Kraft dieser Landschaft überall zu spüren.
Vorbei an der Rübezahlalm führte die Strecke weiter über Alm- und Wanderwege. Immer wieder wechselten sich laufbare Passagen mit anspruchsvollen Anstiegen ab. Mal ging es durch dichte Waldabschnitte, mal über offene Almböden mit weitem Blick über das Tiroler Unterland.
Ein besonderes Highlight wartete rund um die Jägerhütte, den Tanzboden und die traumhaften Bergseen entlang der Strecke. Der Jochstubensee und der Filzalmsee gehören sicherlich zu den landschaftlichen Höhepunkten des gesamten Wochenendes. Normalerweise spiegeln sich hier die umliegenden Gipfel im Wasser. An diesem Tag sorgten Nebelschwaden und Regenschauer für eine ganz besondere, fast mystische Atmosphäre.
Danach führte die Strecke weiter zum Hexenwasser, bevor der finale Schlussanstieg begann. Hier zeigt der Kaisermarathon seinen wahren Charakter.
Die Wege werden schmaler, die Steigung nimmt spürbar zu und jeder Schritt verlangt Konzentration und Willenskraft. Die Beine werden schwer, der Puls steigt und trotzdem zieht es einen immer weiter nach oben.
Gleichzeitig eröffnen sich immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Und genau das macht die Faszination dieser Strecke aus: Sie fordert alles, gibt aber gleichzeitig unglaublich viel zurück.
Selbst eine ausgebrochene Kuhherde konnte an diesem Tag die Motivation unserer Gruppe nicht bremsen. Mit viel Einsatz, Teamgeist und Durchhaltevermögen kämpften sich alle durch die schwierigen Bedingungen.
Als schließlich der Gipfel der Hohen Salve erreicht war, überwog nur noch ein Gefühl:
Stolz. Stolz auf die eigene Leistung. Stolz auf das gemeinsam Erlebte. Stolz darauf, diese Herausforderung gemeistert zu haben.





REGENERATION GENIESSEN
Zurück im Hotel war die Erleichterung spürbar. Die Königsetappe war geschafft.
Nun standen Erholung und Regeneration im Mittelpunkt. Sauna, Dampfbad, Schwimmbad und einige ruhige Minuten auf den Liegen des Wellnessbereichs taten Körper und Geist gleichermaßen gut.
Beim gemeinsamen Abendessen wurden die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passiert. Jeder hatte seine eigene Geschichte zu erzählen. Jeder hatte kleine Krisen überwunden und besondere Momente erlebt.
Später trafen wir uns noch auf einen gemütlichen Absacker an der Bar.
Auf einen geschafften Marathon darf man schließlich auch einmal anstoßen.
DER PÖLVEN TRAIL als würdiger Abschluss
Am Sonntag zeigte sich Tirol endlich von seiner schönsten Seite. Die Regenwolken lockerten auf und die Sonne ließ sich immer häufiger blicken. Die Bedingungen waren deutlich angenehmer als am Vortag.
Doch das Aufstehen fiel an diesem Morgen niemandem wirklich leicht.
Die Belastungen der vergangenen beiden Tage steckten allen noch tief in den Beinen. Der Söller Zehner vom Freitag und insbesondere die anspruchsvolle Marathonetappe vom Samstag hatten deutliche Spuren hinterlassen. Die Muskulatur war müde, die Beine schwer und bereits auf dem Weg zum Frühstück erinnerte jeder Schritt daran, was in den vergangenen 48 Stunden geleistet worden war.
Genau das macht jedoch den besonderen Reiz einer Etappenveranstaltung aus. Es geht nicht darum, jeden Tag mit frischen Beinen an den Start zu gehen. Es geht darum, auch dann weiterzumachen, wenn der Körper bereits Müdigkeit signalisiert und die Energiereserven langsam zur Neige gehen.
Mit dem Pölven Trail wartete schließlich die dritte und letzte Etappe der Tour de Tirol.
Auf rund 23 Kilometern und 1.274 Höhenmetern führte die Strecke über eine abwechslungsreiche Mischung aus Forstwegen, Schotterpassagen und anspruchsvollen Trails. Von Beginn an war klar, dass auch dieser Tag noch einmal alles verlangen würde.
Die Route führte zunächst entlang des Pölvenrundwegs und vorbei am beeindruckenden Häringer Wasserfall. Anschließend ging es weiter zum Steinbruch Bad Häring, wo die Knappenmusikkapelle Bad Häring mit ihrer Musik für eine ganz besondere Atmosphäre sorgte und den Läuferinnen und Läufern zusätzliche Motivation schenkte.
Mit zunehmender Streckendauer wurde es anspruchsvoller. Der Weg führte hinauf zum höchsten Punkt der Etappe, dem Juffinger Jöchl auf 1.181 Metern. Hier wurden die Teilnehmer noch einmal mit beeindruckenden Ausblicken auf die umliegende Tiroler Bergwelt belohnt.
Gleichzeitig machte sich die Belastung der vergangenen Tage immer deutlicher bemerkbar. Wo am Freitag noch die Frische überwog, waren nun vor allem Wille, Erfahrung und Durchhaltevermögen gefragt. Besonders herausfordernd waren die Streckenbedingungen. Die starken Regenfälle vom Samstag hatten zahlreiche Trailabschnitte aufgeweicht. Viele Passagen waren rutschig und verlangten ein hohes Maß an Konzentration und Trittsicherheit. Nach dem Juffinger Jöchl folgte ein steiler und technisch anspruchsvoller Downhill in Richtung Lengauer Kapelle. Über den Sunnseitweg und vorbei am Franzlhof führte die Strecke schließlich zurück Richtung Söll.








Mit jedem Kilometer rückte das Ziel näher. Gleichzeitig wurde allen bewusst, dass sich dieses außergewöhnliche Wochenende langsam dem Ende näherte. Die Vorfreude auf den Zieleinlauf wuchs, doch zugleich wollte man die letzten Kilometer noch einmal bewusst genießen. Als schließlich die letzten Meter ins Ziel führten, mischte sich die Freude über das Erreichte mit einer gewissen Wehmut. Drei intensive Tage voller Emotionen, Herausforderungen und gemeinsamer Erlebnisse gingen zu Ende.
Was bleibt, sind Erinnerungen an spektakuläre Strecken, unzählige Höhenmeter, tolle Gespräche, gemeinsames Lachen, gegenseitige Unterstützung und viele Momente, die noch lange im Gedächtnis bleiben werden.
Vielleicht ist genau das das Besondere an der Tour de Tirol:
Am Ende nimmt man weit mehr mit nach Hause als nur eine Medaille. Man nimmt Geschichten mit.
MEHR ALS NUR EIN WETTKAMPF
Nach unserer ersten Teilnahme im Jahr 2024 waren wir nun bereits zum zweiten Mal bei der Tour de Tirol am Start.
Und erneut hat uns dieses Event vollkommen begeistert.
Natürlich sind die nackten Zahlen beeindruckend: 78 Kilometer verteilt auf drei Tage, rund 4.000 Höhenmeter, technische Trails, steile Anstiege und anspruchsvolle Bergabpassagen. Doch wer die Tour de Tirol lediglich auf diese Zahlen reduziert, verpasst das Wesentliche.
Denn die Tour de Tirol ist weit mehr als ein Wettkampf.
Es ist ein Wochenende voller Begegnungen, gemeinsamer Erlebnisse und Emotionen. Bereits beim Frühstück trifft man auf Gleichgesinnte, die dieselbe Vorfreude, dieselben Zweifel und dieselbe Begeisterung für das Laufen in den Bergen teilen. Im Startbereich spürt man die Anspannung, auf der Strecke erlebt man gegenseitige Unterstützung und im Ziel die Freude darüber, gemeinsam etwas Außergewöhnliches geschafft zu haben.
Gerade bei einer Etappenveranstaltung entsteht eine besondere Dynamik. Über drei Tage hinweg erlebt man Höhen und Tiefen zusammen. Man freut sich gemeinsam über gute Momente, motiviert sich in schwierigen Phasen und fiebert bei jedem Zieleinlauf mit den anderen Teilnehmern mit.
Besonders beeindruckend war auch in diesem Jahr wieder die mentale Stärke aller Läuferinnen und Läufer. Der Regen am Samstag, die schwierigen Streckenbedingungen, die vielen Höhenmeter und die müden Beine am Sonntag hätten genügend Gründe geliefert, aufzugeben oder sich von negativen Gedanken ausbremsen zu lassen.
Doch genau das Gegenteil war der Fall.
Immer wieder war zu beobachten, wie Teilnehmer sich gegenseitig unterstützten, motivierten und gemeinsam Herausforderungen meisterten. Genau diese Momente zeigen, worum es im Trailrunning eigentlich geht: Nicht um Platzierungen oder Zeiten, sondern um Erlebnisse, die man miteinander teilt und die noch lange in Erinnerung bleiben.
Auch die Organisation verdient ein großes Lob. Von der Startnummernausgabe über die Streckenmarkierung bis hin zu den Verpflegungsstellen und den Zielbereichen war alles hervorragend organisiert. Man merkt in jedem Detail, mit wie viel Leidenschaft und Herzblut dieses Event durchgeführt wird.
Für uns als STS-Runningconcept steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Nicht nur an ihren besten Tagen, sondern auch dann, wenn die Beine schwer werden, der innere Schweinehund laut wird und die Herausforderung größer erscheint als die eigene Komfortzone.
Genau solche Momente gab es an diesem Wochenende viele. Und genau daraus entstehen die Geschichten, die man noch Jahre später erzählt.
Wenn wir auf die vergangenen drei Tage zurückblicken, denken wir nicht zuerst an Kilometer, Höhenmeter oder Zeiten.
Wir denken an den Regen auf der Hohen Salve.
An das gemeinsame Abendessen nach einem langen Tag in den Bergen.
An die Gespräche vor dem Start.
An die Erleichterung im Ziel.
An das Lachen an der Hotelbar.
An die gegenseitige Unterstützung auf den Trails.
Und an das Gefühl, Teil einer großartigen Gemeinschaft zu sein.
Die Finisher-Medaille ist deshalb weit mehr als nur ein Andenken.
Sie erinnert an Mut, Durchhaltevermögen, Zusammenhalt und an drei außergewöhnliche Tage in den Tiroler Bergen.
Unser größter Respekt gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Ihr habt euch den Herausforderungen gestellt, seid über eure Grenzen hinausgewachsen und habt bewiesen, was mit Leidenschaft, Willenskraft und einer positiven Einstellung möglich ist.
Herzlichen Glückwunsch an alle Finisher der Tour de Tirol 2026. Wir sind stolz darauf, diesen Weg gemeinsam mit euch gegangen zu sein und freuen uns schon heute auf das nächste gemeinsame Abenteuer.
Nach der unvergesslichen Tour de Tirol möchtest du sicher die nächste Herausforderung nicht verpassen. Schau auf unserer Eventseite vorbei und melde dich jetzt für dein nächstes Laufevent an. Dein nächstes Abenteuer wartet – sei dabei!
Euer STS-Runningconcept Team ⛰️


